Halbherzige Entscheidung


Zu wenig Solarstrom-Förderung für eine entscheidende Energiewende




„Die Entscheidungen aus Berlin vom 28. Juni sind im Ansatz begrüßenswert, aber greifen deutlich zu kurz“, kommentiert David Muggli, Vorstandsvorsitzender der PRIOGO AG aus Zülpich. Zwar hat es eine punktuelle Abmilderung der Fördereinschnitte durch den Einspruch der Bundesländer gegeben, die Nachbesserungen des Erneuerbaren Energien Gesetzes gehen allerdings seiner Meinung nach nicht weit genug. Die geplante Minderung der ursprünglich geplanten Fördereinschnitte, die voraussichtlich unmittelbar von Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden, begünstigt in erster Linie Investoren von kleinen und mittleren Solarstromanlagen. Die Solarwirtschaft spricht sich nicht grundsätzlich gegen den weiteren Abbau der Solarstromförderung aus, empfindet die geplanten Einschnitte aber als zu hoch. Beispielsweise soll die Solarstromförderung demnach künftig jährlich um bis zu 29 Prozent reduziert werden. Der Branchenverband BSW (ausschreiben) befürchtet, dass die Kostenentwicklung der Photovoltaik damit auf Dauer nicht Schritt hält. Der Berliner Vermittlungsausschuss gab bekannt, dass es bei den geplanten starken Kürzungen der Photovoltaik-Einspeisetarife zum 1. April um bis zu über 30 Prozent bleibt. Im mittleren Anlagensegment wird gleichzeitig eine Größenklasse zwischen 10 und 40 Kilowatt für größere Dachanlagen realisiert. Die monatlich vom Bundestag geplante Kürzung der Einspeisetarife wird wie geplant umgesetzt. Kleine, im Juli installierte Aufdachanlagen (bis 10 kW) erhalten eine Vergütung von 18,92 Cent/kWh, Anlagen von 10 bis 40 kWh von 17,95 Cent. Solarstromanlagen zwischen 10 und 1.000 Kilowatt erhalten den Einspeisetarif nur noch für 90 Prozent ihres erzeugten Stroms. Große Photovoltaik-Anlagen können nur bis zur Obergrenze von zehn Megawatt Leistung mit der Einspeisevergütung rechnen. Für Anlagen auf Konversionsflächen (ehemalige Militärgelände, Mülldeponien o.ä.) soll es über eine Rechtsverordnung Ausnahmeregelungen geben.

David Muggli sieht nach wie vor die positive Seite der Bundesentscheidungen: „Es ist angesichts weiter steigender Strompreise für die Endkunden weiterhin lukrativ, den Sonnenstrom vom Firmen- oder Hausdach nicht in das Stromnetz einzuspeisen, sondern für den Eigenverbrauch zu nutzen. Vor allem Unternehmen mit hohem Energieverbrauch sparen auf diese Weise erheblich“, so der Energieexperte. 

Sommer. Sonne. Solarkrise